
Tag der Physik/Mathematik in Oldenburg
Ein Tag zwischen Mondlandung und Brombeersträuchern
Ein schöner Tag beginnt normalerweise mit Sonnenschein, schulfrei und blauem Himmel. Am Mittwoch, dem 28. Oktober 2009, war alles anders und doch war es schön. Morgens um kurz vor acht trafen sich die 40 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 11 bis 13 bei diesigem Wetter freiwillig mit unseren Lehrern vor dem Bus, um gemeinsam einen Tag an den Fakultäten für Mathematik und Physik an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg zu verbringen. Es war der Tag der Mathematik und Physik.
Was bedeutet das? Die Fakultäten boten Informationsveranstaltungen für SchülerInnen an, um für ihre Fächer zu werben. Begleitend zu einigen Vorlesungen über das Physikstudium, wie z.B. zur experimentellen Physik am Beispiel der Fernerkundung Erde, waren in den Fluren der Universität Schauexperimente aufgebaut. „Die Versuchsstände waren sehr informativ und faszinierend. Besonders toll fand ich die Darstellung eines Supraleiters“, sagte Hauke Glandorf. Ein Supraleiter ist im Prinzip ein Kabel, welches mit sehr geringem Widerstand Elektronen leiten kann. Dank fehlenden Widerstands wird verhindert, dass bei dem Transport von Energie nur sehr wenig Energie durch Umwandlung zu thermischer Energie verloren geht. Die Universität Oldenburg sei, so wurde uns erzählt, eine der führenden Unis im Bereich der Forschung zu erneuerbaren Energien und effizienter Energienutzung.
Des Weiteren wurde ein Vortrag über theoretische Physik mit Fokus auf die Mondlandung gehalten. Dieser Vortrag war, da anschaulich, motivierend und praktisch bezogen, sehr gut zu verfolgen. „Wieder einmal konnte man sehen, dass die Qualität eines Vortrages mit dem Referenten steht und fällt,“ meint dazu Marius Bauer. Einer der begleitenden Fachlehrer allerdings sagte im Nachhinein zu dem Vortrag nur, dass theoretische Physik ganz anders sei.
Neben den Vorlesungen und den vorgeführten Experimenten konnten wir uns in der Mittagspause auch wie richtige Studenten fühlen. Mensaessen schmeckt wirklich nicht besonders! Zumindest ist es bei Mutti besser…
Auf der Rückfahrt sagte einer der teilnehmenden Schüler: „Also der Prof. Dr. Stein war didaktisch den heimischen Lehrern teilweise überlegen.“ Prof. Dr. Stein hielt eine Vorlesung über Kryptographie (Mathematik). Die Aussage des Schülers lässt sich an einem einfachen Beispiel erläutern: In der Vorlesung zur Mondlandung lernten wir durch bildliche Darstellung, wie man mit Hilfe des Newtonschen Gravitationsgesetzes die benötigte Treibstoffmenge für einen Mondflug berechnen kann. Als wir hingegen einem der begleitenden Lehrer die Frage stellten, wie es dazu käme, dass ein statisch aufgeladener Luftballon explodiert, sobald er eine Graswiese berührt, schob er dies auf Brombeersträucher. Die Anwesenheit dieser konnten wir allerdings nicht feststellen.
Wenn es auch unwahrscheinlich ist, so bleibt doch zu hoffen, dass viele der jungen Professoren wie Prof. Dr. Stein lehren. Dies lässt sich am besten in einem zukünftigen Physikstudium an der Uni Oldenburg klären.
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